Die Orden haben sich durch die Jahrhunderte hindurch vorwiegend um Kranke und Hilfsbedürftige gekümmert, für die der Staat nicht gesorgt hat. Viele Orden unterhalten bis heute eigene Krankenhäuser und Schulen oder verbreiten als Missionare den Glauben in anderen Kontinenten. Dass so viele Bücher aus dem Altertum und dem Mittelalter nicht verloren gegangen sind, ist ebenfalls zu einem Großteil der Arbeit der Mönche zu verdanken, die all diese Werke aufbewahrt und übersetzt haben.
Der Tagesablauf eines Mönchs
Die Klosterregeln sorgen dafür, dass bei aller Arbeit, die verrichtet wird, Gott im Mittelpunkt des ganzen Lebens steht. Alle für Außenstehende vielfach unverständlichen Vorschriften haben darin ihren Grund.
- Deshalb beginnt der Tag morgens mit einer heiligen Messe und dem sogenannten Stundengebet. Das sind einige Psalmen aus dem Alten Testament, eine kurze Lesung aus dem Neuen Testament und Bitten darum, dass der ganze Tag Gott geweiht sein möge.
- Gegen Mittag wird die Arbeit wieder unterbrochen durch die Mittagshore, ebenfalls einigen Psalmen und Gebeten, um die Arbeit des Vormittags abzuschließen und für alles Gute zu danken.
- Vor der Nachtruhe versammeln sich die Mönche noch einmal zum Gebet, diesmal um den vergangenen Tag zu überdenken, Gott um Vergebung zu bitten für alles, was sie nicht gut gemacht haben und um einen ruhigen Schlaf zu erbitten.
Das regelmäßige Gebet, die Gottesdienstzeiten und die Gebetszeiten, die sich jeder Ordensangehörige für persönliches Gebet und Studium der Bibel nimmt, bewirken, dass das Hauptaugenmerk nicht auf der Arbeit, sondern auf Gott liegt. So bleibt die richtige Perspektive gewahrt und das Gleichgewicht zwischen Gebet, Arbeit und Zeit für sich selbst und die Gemeinschaft erhalten. Im Idealfall sollte ein Mönch eine typische Managerkrankheit wie das Burn-out-Syndrom nicht kennen.